Das Kammerorchester

In kleinerer Besetzung gibt das Kammerorchester der Jungen Marburger Philharmonie seit 1996 regelmäßig Konzerte mit breitgefächerten Programmen vom Barock bis zur Moderne in Marburg und der Umgebung, häufig mit Solisten aus den eigenen Reihen oder aus dem Marburger Raum. Es steht unter der musikalischen Leitung von Hans-Jürgen Richter.



Eine kurze Besprechung des letzten Konzertprogramms (März 2011) von Ruben Bartholomäus:

Klassik vom Feinsten

Das Kammerorchester der Jungen Marburger Philharmonie konzertierte in der Elisabethkirche

Marburg. Wer am Samstagnachmittag den Weg in die Elisabethkirche gefunden hatte, wurde dort mit einer erstklassigen musikalischen Darbietung belohnt. Das Kammerorchester der Jungen Marburger Philharmonie gab dort ein Konzert, welches dem etwa 200 Zuhörer zählenden Publikum großes Hörvergnügen bereitete. Unter der Leitung von Hans-Jürgen Richter, dem Konzertmeister des Sinfonieorchesters, erarbeitet das Kammerorchester regelmäßig Programme aus Barock bis Moderne und genießt mittlerweile einen ausgezeichneten Ruf weit über Marburg hinaus.
Die Solopassagen werden üblicherweise von hervorragenden Solobläsern oder -streichern aus den eigenen Reihen übernommen. So auch dieses mal: Evi Stauder und Sophie Eisenmann brillierten in Antonio Vivaldis dreisatzigem Konzert für zwei Flöten und konnten dem Werk wahren Glanz verleihen. Nicht minder bemerkenswert war die Leistung, die Maike Gotthardt anschließend bot. In dem bekannten Konzert für Klarinette in A-Dur von W.A. Mozart strahlte sie Lebendigkeit und Herzlichkeit aus. Mit dem Orchester in fortwährender Harmonie verkörperte sie gefühlvoll den Ausdruck des Werkes, wobei sie dessen technischen Ansprüche mit Leichtigkeit und einem sauberen Ton meisterte.
Nach den feinsinnigen Aufführungen der drei Solistinnen überzeugte das Kammerorchester schließlich als Kollektiv mit der Darbietung der Holberg-Suite von Edvard Grieg. Ursprünglich war dieses Stück für Piano verfasst worden, seine Bekanntheit erlangte es aber erst als Adaption für Streichinstrumente. Es wurde von Grieg im Jahre 1884 anlässlich des 200. Geburtstages des skandinavischen Humanisten Ludvig Holberg komponiert. Manche Kritiker betrachten die Holberg-Suite als ebenbürtig gegenüber der bekannteren Peer Gynt Suite – so gefiel dieses Stück auch dem Marburger Publikum und das Orchester gab nach lang anhaltendem Applaus noch zwei Zugaben.

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